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Ein schönes Gefühl ist es, abends schlafen zu gehen in der Gewißheit, daß sich Jeanne, der Hurrican, der Mitte September zu Besuch in der Dominikanische Republik weilt, in der Gegend von Samaná festsitzt. Seit Stunden werden keine bedeutenden Bewegungen die Nordküste herunter in westliche Richtung mehr gemeldet. Dann also gute Nacht. En la madrugada: 03.30h, Ortszeit Cabarete. Irgendwie wird es draußen laut. Da kommt Sturm auf, und es regnet heftig. Aber Jeanne ist doch eigentlich abgehakt, was soll das? Ernst genommen haben wir den Hurrican oder Tropensturm ohnehin nicht: ein Hurrican an der Nordküste? Undenkbar! Die spinnen, die Meteorologen. Die können vielleicht den Druck im Hurricaneauge messen, alle möglichen Windgeschwindigkeiten und daraus eine Richtung eines Hurricans unter Reagenzglasbedingungen voraussagen. Aber was wissen die Wetter-Yankees aus Miami schon von der Geographie der Dominikanischen Republik? Die kennen doch bloß ihre Everglades und vielleicht noch die Rocky Mountains. Daß wir hier bedeutende Gebirgszüge haben, mit mehr als dreitausend Metern die höchsten Berge der Karibik überhaupt, das interessiert Uncle Sam doch überhaupt nicht. Deshalb meinen diese meteorologischen Ignoranten, uns, uns hier zwischen Gaspard Hernández und Luperón, könnte ein Hurrican treffen. Lächerlich! Gleichwohl, es stürmt. Es stürmt immer heftiger. Wozu hat man eigentlich Internet? Also schauen wir mal in die einschlägigen Seiten. Da ergibt sich nun doch tatsächlich, daß Jeanne es gegen 23.00h gewagt hatte, aus ihrer „Falle“ im Landesinneren nahe bei Samaná über die Bay hinweg bis auf den Atlantik auszubrechen. Und nun zieht dieses Phänomen in stereotypischer weiblicher Boshaftigkeit auf uns zu ohne zu bedenken, daß hier bei uns an der Nordküste soetwas traditionell überhaupt nichts zu suchen hat. Bestimmt hat Jeanne, dieses irregeleitete Weib, eine us-amerikanische Staatsbürgerschaft und befürwortete auch die Invasion im Irak. Um 02.00h hatte Jeanne - wahrscheinlich gedopt, diese Yankee-Hippe - schon den „Playa Grande“ erreicht gehabt, allerdings nicht mehr als Hurrican der Kategorie 1, sondern als Tropensturm. Bei Sonnenaufgang tanzen die Palmen im Garten um uns herum wildesten Merengue. Regenböen peitschen vorbei, der Swimmingpool schlägt Wellen, beim Nachbarn knickt ein Baum um, unsere Glasschiebetüren rappeln aber halten, allerdings wird Regenwasser durch die Fensterrahmen ins Haus hereingepreßt. Die Plastik-Cassita aus dem „PriceMart“ wird umgeworfen und in ihre Einzelteile zerlegt, schäme Dich, Jeanne! Bis „zwei“ zählen kann Jeanne, diese Irrläuferin, anscheinend nicht, sonst hätte sie nicht nur „eine einzige“ Dachschindel bei uns abgedeckt. Wirklich gerade steht keine Pflanze mehr im Garten. Interessant, daß Orchideen fliegen können. Es ist 11.30 Uhr. Das Telefonnetz blieb unversehrt wie auch die Internet-Satellitenschüssel auf dem Dach, wenngleich diese nachzujustieren ist. Irgendwie doch nicht perfekt, diese Jeanne. Andererseits: die Menschen sind tief geschockt, nicht nur wegen der sechs Todespfer, der vier Vermißten und hunderten von Verletzten. Ein Erdbeben, das geht ja noch. Aber ein Hurrican hat hier in diesem Bereich der Nordküste so wenig zu suchen wie eine Casa de Putas voller Thailänderinnen, das ist zuviel! Am Ende kommt in zwanzig Jahren nochmal so ein unzüchtig wild blasendes Weib nach Sosúa. Die Straßen sind zunächst unpassierbar, weil überall entwurzelte Bäume herumliegen. Gehören Canadächer nicht nach oben auf das Hoteldach? Die Ampelanlage an der Texaco-Station konnte ruhig weg, wer hält sich schon an Lichtzeichenanlagen? Die Carretera zwischen Sosúa und Cabarete sieht noch am Nachmittag aus wie ein Forstweg, auf dem eine Horde wildgewordener Waldarbeiter sich ausgetobt hatte; Bäume, Sträucher, Zäune, Schilder, Wohnhütten – alles Objekt eines Deslalojos der besonderen Art. In Cabarete gab es ohnehin viel zu viele große Reklameschilder an den Häusern der Durchgangsstraße, und zu viele Autos sowieso. Schon sinnvoll, wenn einige dieser Schilder von Jeanne auf darunter parkende Fahrzeuge geworfen wurden. Wozu brauchen wir die Hinweisschilder auf die Hotels, Supermärkte, auf „Western Union“ oder „Helado Bon“? Die Läden kennen wir doch alle. Wildromantisch sieht es aus bei „Isla Bon“ und am Fluß Yassica. Mike mit seiner künstlich geschaffenen Aufschüttung lebte in seinem Haus einen Tag einsam auf einer trockenen Flußinsel, seine Nachbarn konnten fast schwimmend die Dachschäden inspizieren. In Böen erreichte die Windgeschwindigkeit dort gemessene 165 km/h. Halten wir aber fest: Jeanne war bestimmt nur ein Tropensturm. Bei uns an der Nordküste gibt es nämlich nie Hurricans, basta!
Beitrag von Ralph aus Cabarete (Mehr Bilder vom Hurrican im Fotoalbum) Was ist los in der Dominikanischen Republik? Ich fahre fast jedes Jahr für 2-3 Monate in die D.R., seit den letzten Regierungswechsel nicht mehr so oft und das hat seinen Grund. War kurz zur Visite für 1 Monat dort und muss sagen: „Schlimm, schlimm“. Die Preise sind verdoppelt, die Strände verdrecken, die Aressivität steigt unter der Bevölkerung. Zwei meiner Bekannten die 3 mal im Jahr dort Individual-Urlaub machen, berichteten mir, dass über Weihnachten 2004 (1 Monat), sie in der nähe von Boca Chica fast ihr Leben gelassen hätten. Meine Bekannten sind nicht gerade die Schwächsten und Kampfsport erfahren aber als zwei mit Macheten bewaffnete Dominikaner sie überfallen wollten zogen sie es vor um ihr Leben zu rennen und das kurz vor der Plaza bei der Kirche in Boca Chica, – wo auch die Polizeistation ist. Wenn sie es nicht gemacht hätten würden sie heute irgendwo im Zuckerrohrfeld oder an der Hauptstrasse ohne Kopf liegen. Die örtliche Polizei ist dagegen machtlos und hat daran auch keine Interesse. – Selbstschutz ist die bessere Versicherung. – Ebenso ist die Duarte in Boca Chica nicht mehr das was es mal gewesen ist. Auf einen männlichen Touristen kommen 4 Putas (Nutten) und abends sollte man sich hüten zu Fuss nach Hause oder ins Hotel zu gehen. Ich bin wirklich kein ängstlicher Typ, aber ich bin vorsichtiger geworden. In Zukunft währe es sinnvoll sich einen 45. Revolver und oder einen Elektroschocker auf seine Erkundungstour mitzunehmen. Dieses Erlebnis meiner Bekannten ist kein Einzelfall und wurde selbst von „Dominicana News“ und in einigen Foren diskutiert. Die Kriminalität nimmt seit geraumer Zeit immer mehr zu. Diese Probleme sind allerdings nicht neu, waren aber vor Jahren nicht der Rede wert, da dieses an der Tagesordnung war. Selbst die Residenten müssen heute umdenken. Die Uhrsache liegt auf der Hand. Ich selber habe nie negative Probleme mit den Einheimischen gehabt, egal wo auf der Welt, doch heute sollte man vorsichtiger damit umgehen. Der Tourismus leidet enorm unter den jetzigen Zustand. Meine beiden Bekannten werden die D.R. nicht mehr besuchen wollen, da es auch noch schönere Länder in Südamerika gibt wo es nicht so krass abläuft. Ich für mein Teil bin am überlegen das gleich zu tun wenn die Situation sich nicht wieder bessert, obwohl dieses Land eigentlich mein Altersruhesitz sein sollte. Warten wir es ab, noch ist es nicht zu spät. Vielleicht hängt das alles mit der jetzigen politischen Situation zusammen. Überfallen kann man überall werden, nur ist das Strickmuster oft verschieden. Mein Ziel ist es, möglichst viele Leute zu sensibilisieren, sich auf einen Überfall vorzubereiten, um dann nicht kopflos zu reagieren und unvorbereitet in die Machete zulaufen. Am 9.3.03 wollten wir den vierten Zugang zum Salto El Limón (Halbinsel Samaná)erkunden. Wie üblich verließen wir vor 8.00 Uhr das Hotel in Las Terrenas und fuhren mit dem camioneta (Pick-up) nach El Limón. Der Weg führte uns durch das Dorf zum Fluß. Hier wuschen zwei Frauen ihre Wäsche. Wir mußten den Fluß dreimal durchwaten. Vor der letzten Durchquerung auf einer Landzunge waren drei Kinder mit Pferden und ein Reiter, der sein Pferd wusch. Der Weg hinter dem Fluß war sehr eng und stieg stark an. Zuerst überholten uns die Kinder und bogen ab in die Berge. Dann kam der Reiter. Auch er überholte uns, blieb aber immer im gleichen Abstand vor uns und drehte sich ständig nach uns um. Er versuchte uns, vom richtigen Wege wegzulocken. Wir merkten dies jedoch und kehrten um. Er wendete sein Pferd, und schnell stand er neben mir, zog die Machete aus der Scheide und verlangte 100 Dollar. „Si, claro“, sagte ich zu ihm und zu meiner Frau: „Hau‘ ab!“. Sie ging auch etwa 10 m weg, entschied sich aber, mich nicht allein zu lassen. Das paßte nicht in meinen Plan, denn ich wollte weglaufen, und wenn ich entkommen sollte, war sie in Gefahr. Jetzt war aber wirklich keine Zeit für Diskussionen. Auf alle Fälle standen wir nicht mehr nebeneinander, und er mußte seine Aufmerksamkeit teilen. Ich überlegte noch, ob ich ihm das Portemonnaie so zuwerfen sollte, daß er es unmöglich fangen konnte und es auf der anderen Seite zu Boden fiel. Sobald er von mir abgelenkt war, wollte ich sein Pferd mit aller Wucht treten. Ich verwarf den Plan, weil ich nicht wußte, wie das Pferd reagieren würde. Ich lief weg, im Zickzack zwischen den Bäumen, so daß er mit dem Pferd nicht folgen konnte. Er rutschte herunter von dem Tier und rannte mit der Machete hinter mir her. Ich wußte, etwa 50 m weiter ging es sehr steil einen Abhang zum Fluß hinunter. Ich wollte sehen, ob er mich so weit verfolgen würde. Nach 30 m war meine Flucht zu Ende. Ich war an einer Wurzel hängengeblieben und gestürzt. Nun lag ich auf dem Rücken, der Rucksack unter und er mit der Machete über mir. „100 Dollar, 100 Dollar!“, wiederholte er seine Forderung.
„Si, si“, sagte ich und rief meiner Frau zu: „Schmeiß‘ das Pferd.“ Er wurde noch nervöser, denn er wußte ja nicht, was ich rief. „De me la cámera, la cámera“, sagte er, denn er hatte längst gemerkt, daß es gar nicht so einfach ist, einen Fremden zu überfallen. Seine Unsicherheit nutzte ich jetzt aus und fing an zu keuchen, so gut und laut ich konnte. Er muß gedacht haben, gleich geht es mit dem zu Ende. Der Räuber reagierte so unüberlegt, kam mir mit seinem Kopf mehrfach so nahe, daß ich ihm mit einem Tritt hätte den Unterkiefer zertrümmern können. Ich tat es ganz bewußt nicht, um ihn nicht zu veranlassen, mit der Machete zuzuschlagen. Ich hatte ihn ja sehr gut unter Kontrolle und nutzte dies aus, um Zeit zu gewinnen. Meine Frau hatte inzwischen das Pferd mit Kokosnüssen beworfen. Beim zweiten Wurf setzte es sich in Bewegung und lief weg. Jetzt gab er auf, lief seinem Pferd hinterher und war nicht mehr zu sehen.
Wir bewaffneten uns mit Steinen und traten den Rückzug an. Die Polizei in Las Terrenas hörte sich das an und bat uns am nächsten Tag 13.00 Uhr wiederzukommen, um die Führer, die die Touristen zum Wasserfall führen, in Augenschein zu nehmen. Als wir am anderen Tag zur Polizei kamen, waren die beiden Mitarbeiter vom Vortag nicht mehr da. Keiner wußte etwas von dem Vorfall, oder man tat jedenfalls so, fragte aber, was man uns gestohlen hätte. „Nichts“, war die Antwort. Damit war die Sache für die Polizei uninteressant. Wir sprachen noch mit einem Kenner der Szene, der sagte, die Polizei macht gemeinsame Sache mit dem Täter. „Solange der Euch nicht verletzt und der Polizei die Hälfte der Beute abgibt, passiert ihm nichts.“
Ich hatte mich geistig auf solch eine Situation vorbereitet und habe die Nerven behalten und mein Konzept durchgeführt. Der Mann mußte aufgeben, weil er allein war und uns nicht verletzen wollte. Er konnte nur einen von uns bedrohen. Ich hatte ihn veranlaßt, sein Pferd zu verlassen, und als dieses dann auch noch abhaute, war er hoffnungslos überfordert.
So, nun meine Vorbereitungen: Wir waren jetzt 87 Wochen drüben, nie in einem Touristenhotel, immer nur mit den Einheimischen zusammen. Wir sprechen so gut spanisch, daß wir immer verstehen, worum es geht, wenn die sich unterhalten. Das meistgebrauchte Wort ist Peso. Daraus kann man erkennen, daß die Gespräche nicht anspruchsvoll sind. Das können sie auch gar nicht sein, weil die Schulbildung so miserabel ist, daß wir uns das nicht vorstellen können. Die Leute können gar nicht oder nur wenig lesen und schreiben. Deswegen ist es nicht hilfreich, den Leuten ein Wort im Wörterbuch zu zeigen. Aus Erfahrung wissen wir, wie unendlich schwierig es ist, den Leuten, die bereit sind zuzuhören, etwas zu erklären, weil sie ganz einfach nicht folgen können, da sämtliche Grundlagen und vor allen Dingen das Denken fehlen. Denken muß man lernen. Bei der dortigen Unterrichtsmethode ist das aber gar nicht eingeplant! Seit 1999 gibt es zwar neue Lehrbücher, die zum selbständigen Arbeiten und damit auch zum Denken anleiten sollen, aber die Lehrer sind immer noch die alten. Und genau auf diesem Manko baute meine Vorbereitung auf. Also, den Ablauf nicht vom Angreifer bestimmen lassen, sondern seinen Plan durcheinanderbringen und selbst die Handlung bestimmen.
Wenn man an einen Killer gerät – was aber selten der Fall ist -, dann funktioniert das nicht, aber dann hat man sowieso keine Chance, wenn man unbewaffnet ist! Der Räuber hat uns regelrecht aufgelauert. Das funktioniert nur dort, wo ständig Touristen hinkommen. Da wir nun die ersten waren, weit vor den anderen, mußten wir dran glauben. Künftig werden wir solche Ziele mit der Herde, allerdings nach wie vor ohne Führer ansteuern. Einen Führer zu nehmen, ist keine Lösung. Auch der kann Sie überfallen. Dieses Risiko, daß man Ihnen auflauert besteht nicht in Gegenden, wo kaum Touristen hinkommen. Wenn ich daran denke, in welch entlegenen Winkeln wir herumgekrochen sind! Und wir hatten nie ein ungutes Gefühl. Manchmal war es so einsam, daß Kinder vor uns weggelaufen sind und Frauen wegsahen, weil wir die ersten Fremden waren, die sie sahen. Weiter müssen wir daraus lernen, es genügt nicht, wenn man ganz bescheiden drüben herumläuft. Für einen Dominikaner ist ein Tourist immer reich!!! Allein die Tatsache, daß alle, die drüben aufkreuzen ein Ticket für 28.000 Pesos erworben haben, macht ganz offensichtlich manche Dominikaner verrückt!
Können Sie sich vorstellen, daß ich wegen unseres Verhaltens gegenüber dem „armen Dominikaner“ beschimpft worden bin? Er habe das nur getan, weil er zu Hause hungernde Kinder habe! - Blöde gibt es eben überall. 
Für uns steht fest, wir fliegen nächstes Jahr wieder rüber. Wir suchen Begleiter nach dem Motto: Gemeinsam sind wir stärker.
An der Playita in Las Galeras ist ein Ehepaar von drei Männern mit Machete überfallen worden. Da die beiden kein Geld dabei hatten, nahmen sie die Frau als Geisel und schickten den Mann ins Hotel, Geld zu holen. Der kam tatsächlich mit Geld und ohne Polizei wieder. Die drei hatten inzwischen seine Frau vergewaltigt. Mir wäre das nicht passiert! Ich hätte nie meine Frau allein lassen, weil mir klar gewesen wäre, was dann passiert.
So, nun meine spontane Reaktion: Am Strand ist Sand. Den kann man, ohne sich zu bücken, den Angreifern ins Gesicht schleudern. Die Wirkung ist vollständig. Sie sollten das beim nächsten Aufenthalt am Strand üben. Am besten geht es, wenn Sie die Fußspitze in Höhe der Hacke etwas in den Sand bohren. Wenn das nicht geklappt hätte, dann hätten die sich entscheiden müssen, was sie lieber wollen. Was wollten die drei? Sie wollten Geld und Sex! Ich hätte gesagt, daß wir kein Geld haben und nur die Frau eine Kreditkarte hat. Ich bin sicher, die hätten sich für das Geld entschieden. Vielleicht hätte ich auch zuerst die Frau weggeschickt und dann den Sand geschleudert. Das wäre auf die Situation angekommen. Übrigens: Bei einem Hund funktioniert das mit dem Sand nicht!
In Santo Domingo haben drei Überfälle das gleiche Strickmuster! Wie im ganzen Land gibt es auch dort carros públicos – das sind Pkws im Linienverkehr, oft nicht markiert, oft fahren auch Privatleute, wenn sie eine häufig befahrene Strecke fahren, als Massentransportmittel. Man stellt sich an die Straße, und das nächste Fahrzeug, das einen Platz frei hat, hält an. In den drei Fällen waren getürkte públicos unterwegs. Diese sind als solche nicht zu erkennen. Man merkt es erst, wenn es zu spät ist. In allen drei Fällen stieg eine Einzelperson vorn zu, wurde von hinten gewürgt, ausgeraubt und aus dem Fahrzeug gestoßen. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, sich abzusichern: Nie vorn einsteigen und nie ohne Begleitung fahren oder nur an Endstationen einsteigen, wo mehrere Fahrzeuge auf „Ladung“ warten.
Die Fahrer kennen sich, da kann sich kein schwarzes Schaf einschleichen. Außerdem ist darauf zu achten, daß beide gleichzeitig aussteigen, damit das carro nicht mit einer Person abhaut. Besonders kritisch ist es, wenn hinten im Kofferraum noch Gepäck ist. Nur mit dem Fahrer aussteigen, damit der nicht mit dem Gepäck abhauen kann. Wenn dann doch einmal alles schief läuft, den Zündschlüssel abziehen und aus dem Fenster werfen, auch wenn man schon stranguliert wird. Deswegen schon beim Einsteigen darauf achten, ob das Fahrzeug überhaupt einen Zündschlüssel hat, falls nicht, auf das nächste Fahrzeug warten. Als letztes Mittel können Sie auch Ihr Portemonnaie aus dem Fenster werfen, denn weg ist das Geld ohnehin und vielleicht findet es eine ehrliche Person. Aber ab dem Augenblick, wenn Ihr Geld weg ist, sind Sie für die Räuber nicht mehr interessant.
Am Strand von Barahona wurden zwei Rucksacktouristen mittags überfallen. Die Rucksäcke wurden durchsucht, man fand aber nichts und verschwand wieder. Dies ist ganz typisch für den Spruch, Gelegenheit macht Diebe. Also, nichts sichtbar zur Schau tragen, keinen Schmuck, keine teure Uhr. Wir tragen unsere Kamera immer in einem kleinen Rucksack. Außerdem ist die Kamera ein völlig unbekanntes Fabrikat mit einem sehr guten Objektiv, das kennt aber auch keiner. Im Portemonnaie ist immer nur soviel Geld, wie wir gerade brauchen. Die Reisekasse zahlen wir auf ein Sparbuch ein und holen immer nur kleine Beträge. Einen kleinen Betrag als Reserve hat meine Frau bei sich.
In Cabarete erhielt ein Paar nachts Besuch, weil sie die Verandatür in der ersten Etage offengelassen hatten. Der Mann handelte sehr besonnen. Er räusperte sich, der Dieb trat sofort den Rückzug an. Es war richtig, diesen nicht zu attackieren, weil er sonst gezwungen gewesen wäre, sich zu verteidigen. Viele Dominikaner haben stets ein Messer dabei. Frühestens als der Räuber beim Abstieg war und er sich nicht mehr wehren kann hätte ein Angriff erfolgen dürfen z.B. die Leiter mit dem Mann umwerfen.
Unsere Freundin María, Dominikanerin, wurde von drei Männern überfallen. Sie richtete diese böse zu. Dem ersten schlug sie ein blaues Auge, dem nächsten zertrümmerte sie das Jochbein und dem dritten biß sie ein Stück aus der Brust. Weil sie Personen, egal ob in Notwehr, verletzt hatte, mußte sie ins Gefängnis. Daher der Rat, wenn Sie sich erfolgreich wehren und der Verbrecher verletzt wurde, nehmen Sie ganz schnell einen Ortswechsel vor.
Überfälle 2004: Santo Domingo; ein Holländer fuhr mit dem Taxi zum Hotel. Als er bezahlen wollte, sah der Fahrer, daß sein Fahrgast etwas zu viel Geld in der Brieftasche hatte. Der Holländer hat nicht gesagt ob er betrunken war und wie lange er brauchte, um das Geld herauszuholen. Auf alle Fälle hatte der Taxifahrer genügend Zeit zum Messer zu greifen und dies den Holländer an die Kehle zu halten. Mein Vorschlag immer nur wenig Geld im Portemonnaie zu haben und die Reserven an mehreren Stellen zu verstecken. Ich hätte den Erpresser das Geld gegeben und beim aussteigen die Tür mit solcher Wucht nach vorn gedrückt, daß sie entweder heraus gebrochen wäre (bei den Schrottautos dürfte das nicht zu schwierig sein) oder sich nicht mehr hätte schließen lassen. Neuerdings habe ich immer einen Pfefferspray dabei, den hätte ich in die Kabine gehalten mir mein Geld zurückgeholt und wäre verschwunden. Keine Polizei!!! Sie haben einen Dominikaner verletzt!!!!! Man sperrt Sie ein und versucht Sie zu erpressen. Alles, was Sie bei sich haben sind Sie los. Das Beste ist sofort einen Ortswechsel vornehmen. Wenn Sie mit einem Taxi fahren dann nur eine große Gesellschaft (Opera, Tecni) und bei der Zentrale das Taxi anfordern, Fahrstrecke nennen und Preis sagen lassen. So können Sie hinterher feststellen, wer Sie gefahren hat.
Zwanzigtausend Dollars sind viel Geld. Diesen Betrag hatte ein Landsmann mir abgenommen und damit sein Haus gebaut. Ich erwirkte zwar eine Hypothek darauf, doch mein Geld sah ich vorerst nicht. Statt dessen schickte er mir einen Killer auf den Hals, was ja auch wesentlich billiger ist als einen derartigen Betrag – noch dazu mit einem Prozent Zinsen pro Monat - zu bezahlen. Eine Situation wie diese kennen wir normalerweise ja nur aus dem Samstag Nacht Krimi auf Kanal eins, doch unmittelbar damit konfrontiert zu werden, das schaut dann aber ganz anders aus! „Pedro, da ist jemand erschienen, der will Dir Böses! Der ist nicht von hier. Der kommt aus Puerto Plata. Paß gut auf Dich auf!“ Es waren meine dominikanischen Freunde, die es zuerst bemerkten. Sie waren ständig um mich herum, nicht einmal beim Pinkeln ließen sie mich alleine! Ich war gefordert, keine Frage. Den nächsten Flieger nach Europa nehmen war der erste Gedanke. Aber dann beschloß ich, mich dieser unerfreulichen Sache zu stellen und den dunkelhäutigen Killer ganz einfach mit eigener Hand umzunieten. Also erschien ich beim hiesigen Polizeikommandanten und fragte ihn höflich: „Es possible alquilar una arma de fuego?“ – „Ist es möglich, eine Waffe zu mieten?“ Er war bekleidet mit einem ehemals weißen Unterhemdchen und einer zerknitterten Khaki Hose, hatte einen Nabelbruch, lehnte mit seinen nackten Füßen gegen die hölzerne Wand seiner blauen Behausung hinter der Bullenstation und stocherte mit einem schmutzigen Hölzchen in seinen Zahnruinen herum: „Pah! – Pah! – Pahraque?“ – „Warum?“ hustete er mich an. „Para defender!“ – „Zur Verteidigung!“ erwiderte ich freundlich. Er stand einfach da und dachte über mein Ansinnen nach, dann spuckte er auf den Boden, hob seine rechte Hand vor mein Gesicht, ließ seinen Zeigefinger von links nach rechts wandern und meinte: „Eso no es possible, Senor!“ – „Das ist nicht möglich, mein Herr!“ „Entonces – es possible alquilar esta arma con el Dueno, que tienela?” – “Alsdann - ist es denn möglich, die Waffe zu mieten mit dem Bullen, der dranhängt?“ Da füllten sich seine Augen mit einem satten Glänzen. Er hob seine Augenbrauen hoch und meinte: „Eso es possible, Senor!“ Wir einigten uns auf einen Preis von je 100 Pesos, dann mietete ich zwei Polizisten an. Ich klärte die beiden über meine Situation auf und fügte hinzu, daß der Killer jede Nacht so zwischen drei und halb fünf sich an mein Appartement heranschliche, welches damals direkt an die dicht bewachsenen Kakaoplantagen angrenzte. Es gab ihn tatsächlich: ich hatte ihn schon zweimal dabei beobachtet! „Du mußt genau so weiterleben wie früher, Pedro. So – als wenn Du gar nichts bemerkt hättest! Also ist heute Abend die Discotheca angesagt!“ Ich hatte es ganz offenbar mit ausgesuchten und bestens geschulten Spezialisten zu tun - Leute, die was von ihrem Handwerk verstanden! Also trafen wir uns am Abend in der Disco. Meine beiden Bodyguards waren in Zivil, das heißt, sie unterschieden sich äußerlich in nichts von den hier üblichen Verbrechervisagen, die nur auf ihre Möglichkeit warten, von irgendeinem Tisch eine halbvolle Flasche Rum zu stehlen. Mit von der Partie waren außerdem noch Lothar, mein Leibwächter, Oliver, der älteste Sohn von Don Luis, dem das Punta Bonita Hotel gehört und Chago, mein letzter Dominikaner. Wir alle tanzten und soffen drauf los und hatten unseren Spaß. Selbstverständlich ging alles auf meine Rechnung und speziell die beiden Bullen nutzten diese Gelegenheit rigoros aus. Sie waren so begeistert, daß sie auf ihre eigentliche Aufgabe vollkommen vergaßen und so wurde es immer später. So gegen zwei Uhr früh blies ich dann zum Aufbruch, doch die beiden wollten noch immer nicht. Erst als ich ihnen deutlich machte, daß sie ihr Geld ja irgendwie auch verdienen müßten, nahmen sie auf meinem Jeep Platz. Vorher jedoch hatten sie sich jeder noch zwei große Flaschen Presidente Bier eingesteckt. So kamen wir schlußendlich doch noch von der Kür zur Pflicht und fuhren zu meinem Appartement am Rande des Urwaldes. Ich hatte nun erwartet, daß die zwei sich irgendwo in der Nähe verstecken würden, um auf den bösen Mann zu warten und ihn festzunehmen, doch da hatte ich mich gründlich getäuscht, denn sie betraten mit uns das Appartement, grölten besoffen herum und pinkelten zu allem Überfluß noch in meine Badewanne, weil sie offenbar nicht wußten, welchen Zweck diese sonst zu erfüllen hatte. Also erklärte ich den beiden, was ich von ihnen erwartete und daß sie gefälligst dem Killer draußen aufzulauern hätten. „No Problemo!“ war die Antwort, dann holten sie ihre Schießeisen heraus und ballerten sinnlos in der Gegend herum. „Lothar! Nimm diese Kinder mit ihren Waffen, lade sie auf den Jeep und bringe sie auf die Bullenstation zurück! Die sind total unbrauchbar. Ich will die hier nicht mehr sehen. Nimm bitte die Schlüssel und beeile Dich! Vielleicht passiert doch noch was heute Nacht.“ Lothar fackelte auch nicht lange. Er nahm sie einfach links und rechts bei den Hemdkragen, hob sie ein wenig hoch, warf sie hinten auf den Jeep und weg waren sie. Da saß ich nun in meinem Appartement, die Machete in der Hand und wartete. Oliver hatte sich mit seinem schweren Kopf längst zu Bett begeben und Chago war auf dem Schaukelstuhl sitzend eingeschlafen. Nur ich war noch hellwach. Jedes Geräusch nahm ich wahr, jede Bewegung draußen wurde registriert. Es war kurz vor Vollmond und so konnte man alles recht gut erkennen. Es war sternenklar. Die Palmen auf der anderen Straßenseite wiegten sich leicht im Wind. Ich saß im Schatten neben der Eingangstüre, bereit jederzeit mit dem Buschmesser zuzuschlagen. Doch es geschah nichts. Der Killer war vermutlich durch die unbedachte Schießerei vorgewarnt und würde wohl heute nicht mehr erscheinen. Die Zeit schien stillzustehen. Nichts geschah. Nach über einer Stunde hörte ich das vertraute Auspuffgeräusch meines Jeeps und Lothar kam endlich zurück. Als er den Motor ausschaltete, glaubte ich glatt, mich trifft der Schlag: Die beiden Bullen waren wieder da und hatten zusätzlich noch zwei Hurenweiber mitgenommen! Die wollten also nicht nur auf meine Kosten saufen, sondern auch noch vögeln! Eine wackelte mit ihrem kleinen Hintern durch meine Eingangtüre. „Hola Pedro!“ flötete sie. Nun reichte es mir aber! „Die Party ist zu Ende! Raus!“ brüllte ich, doch die verstanden plötzlich kein Spanisch mehr. Unberührt setzten sie ihre unterbrochene Sauferei fort. Auf einem runden Holztisch standen acht oder mehr große Flaschen Bier. Ich nahm meine Machete, holte kurz aus und dann flog sie backhands durch die Flaschen. Diese standen zwar immer noch auf dem Tisch, doch waren sie nur mehr halb so groß! Ein riesiger Fleck war auf der Wand entstanden und der Boden war mit Glassplittern übersät. Da herrschte plötzlich Gedränge an der Türe! Sie konnten gar nicht schnell genug verschwinden, so eilig hatten sie es. Denn jetzt drehte der Pedro durch! Eine der kleinen Huren stand also um halb sechs in der früh auf der Urwaldpiste und schrie pausenlos: „Moto Concho! Moto Concho!“ Doch das gab es natürlich nicht.„Setz Dich hinten drauf, ich tue Dir doch nichts!“ beruhigte ich sie und dann fuhren wir alle wieder ins Dorf zurück. Auf der Polizeistation lud ich die Bullen mit ihren Weibern ab und dann machten Lothar und ich noch einen Besuch in der Blue Bar, welche sich damals direkt neben dem Eingang zum Nuevo Mundo befand und wo man um weniger Geld die gleichen Mädchen treffen konnte wie drinnen in der Disco. Hier eröffneten wir dann den internationalen Frühschoppen und so kamen wir langsam wieder auf unseren gewohnten Pegel zurück; es kam also – wie ich immer zu sagen pflege - wieder Farbe ins Bild. Zwei Nächte später lag ich, ganz in schwarz gekleidet, mit meiner Machete auf der Lauer. Der Killer kam tatsächlich. Geduckt schlich er sich an mein Appartement heran. Als er anderthalb Meter von mir entfernt war, stand ich blitzschnell auf und holte mit dem Messer aus. Seine Augen wurden so groß wie weiße Untertassen, dann rannte er in Panik mit seinen bloßen Füßen über den Stacheldrahtzaun davon. Er hatte begriffen, jetzt geht’s ans Leben! Ich glaube, der ist die ganze Nacht durchgerannt. Seitdem wurde er nie mehr gesehen.Zwei Tage später traf ich den Polizeikommandanten, als ich gerade aus der Codetelstation herauskam. Er nahm mich zur Seite und bot mir eine 38er zum Kauf an, mit der Lizenz zu töten als Draufgabe. „Die meisten Gringos wollen so was.“ meinte er. „Tausend Dollar, dann bist Du dabei, Pedro!“ Das war in der Tat günstig; normalerweise kostet eine Waffe mit Schein das zwei bis dreifache dieser Summe.„Capitan!“ erwiderte ich lächelnd: „Schau mal! Ich habe hier keine Angst. Mir tut doch niemand was. Wir spielen Domino, teilen uns den Rum und die Weiber und ansonsten fühle ich mich gut und sicher hier. Schließlich ist das hier ja nicht Düsseldorf Hauptbahnhof!“ Den Kopf leicht gesenkt stand er da, den Mund geöffnet und mit ungläubigem Gesichtsausdruck. Ich klopfte ihm auf die Schulter und grinste ihn voll an: „Und sollte ich jemals das Gefühl bekommen, daß ich eine Waffe benötige, weißt Du, was ich dann machen werde, Capitan? – Dann gehe ich woanders hin!“ Eine Woche später saß ich im Flieger nach Europa und als ich nach ein paar Monaten wieder in auftauchte, war die ganze Geschichte vergessen. Ach ja – den Auftraggeber ließ ich währenddessen von Interpol abholen, denn der stand in Deutschland auf der Liste!
Autor: Günter Fischer

All inklusive – tolles Angebot oder plumper Trick?
Ist dies nun ein echtes Geschenk an die Touristen, kann ich da wirklich Geld durch sparen, hat der Reiseveranstalter wirklich vor, meine Reisekasse zu schonen? Sicher hat das ganze etwas damit zu tun, was ich von dem Urlaub erwarte. Ein anspruchsloser Mensch, dem es zu umständlich ist, sein Zelt mit in die Karibik zu schleppen und dem der Alkohol als Nahrungsmittel dient, hat sicher echte Vorteile durch eine Pauschalreise mit AI. Wer sich aber im wohlverdienten Urlaub in der Karibik verwöhnen lassen möchte, etwas vom Land sehen, auch gut Speisen zu den Genüssen des Lebens zählt, der spart sicher keinen Pfennig durch AI.  Natürlich entscheidet jeder selbst ob, und wie oft er die Hotelanlage verlässt um Land und Leute kennen zu lernen ,aber da fängt es schon an. Selbst wenn der Vorsatz sich frei zu bewegen noch da war, warum Geld ausgeben, die dritte Welt unterstützen, wo es doch in der Anlage fast alles gratis gibt? Das Bier schmeckt zwar nicht so gut wie versprochen, das Essen ist auch europäischer als erwartet, und selbst die karibische Freundlichkeit des Personals ist nicht ganz so, wie es berichtet wurde. Dafür bucht man dann im Hotel ein paar Ausflüge, bei denen man eben Land + Leute kennen lernt. Sie sind wohl teuerer als erwartet, aber sonst hat man ja AI.
Und da fängt es schon an, denn man hätte sicher sehr viel preiswertere und bessere Ausflüge von freien Veranstaltern bekommen. Natürlich auch freundlicheren Service, besseres Bier und vor allem gute exotische Speisen. Und dies versteht man am besten, wenn man mal ein 2. Mal in solch ein Hotel kommt. Beim ersten Mal gab es noch kein AI und so ist es einfach die Unterschiede zu sehen, auch wird einem klar, was man alles versäumt und man die Urlaubskasse besser auf Mallorca verprasst hätte.
Wieso, fragen Sie? Also zuerst stellt man fest das 80% des Personals, das so freundlich, aufmerksam und professionell war, nicht mehr da ist. Jedes Hotel auf Welt verliert durch AI mehr als einen Stern, denn als erstes wird das Personal reduziert, um ca. 1/3 . Dies bedeutet nicht das der Rest der geschulten Beschäftigten bleibt, denn eine Lohnerhöhung wird es ganz sicher nicht geben, trotzdem die Arbeit nun viel mehr geworden ist. Aber in Wahrheit ist der Lohn mehr als halbiert, für die Leute im Service. Ohne AI, gab es nämlich Kassen, an den Bars, in den Restaurants, dem Strandgrill usw. jedenfalls nicht nur an der Rezeption. Somit hatten die Gäste auch Geld dabei und die schlechten Löhne wurden durch Trinkgelder kompensiert.
Also haben die wirklich guten Kräfte, das Haus gegen eins ohne AI eingetauscht, denn die Familien wollen ernährt sein. Die nun nachgerückten, haben weder die Erfahrung noch die Zeit und Kraft für die gleiche Freundlichkeit. Selbst die Bars sehen trostloser aus, denn wo zuvor über 20 verschiedene Sorten ein prächtiges Ambiente bildeten, stehen nur noch wenige einheimische Getränke. Und auch beim Bier ist nicht mehr das drin, was drauf steht. Wer würde gratis Presidente zapfen (deshalb gibt es auch kein Flaschenbier mehr) wenn das Bohemia ja viel billiger ist. Aber selbst die "einheimischen Getränke" kann der Bartender lange nicht mehr so exotisch zu bereiten wie früher, wie sollte er? Denn da diese nun gratis sind, wird die 3fache Menge bestellt, aber wo zuvor 3 flinke Keeper wirbelten, muß sich nun einer abhetzen. Abgesehen davon muß natürlich alles gut gestreckt und verdünnt werden, in den vornehmen Plastikbechern. In den Restaurants sieht es doch nicht anders aus, denn natürlich versucht man europäisches Essen zu kopieren und Selbstbedienung macht man schon von allein, wenn man sieht wie das Personal überlastet ist – und trotzdem noch lächelt. Ach wie war das doch schön ohne AI und das ganze für ein paar Freigetränke? Wer das erlebt, der weiß das es nirgends auf der Welt ein AI Hotel geben kann, mit Niveau. Da aber diese Ausfälle an Einnahmen sich nicht allein durch weniger Personal ausgleichen lassen, muß man einen anderen Weg finden. Unbemerkt vom Gast wird mit allen Mitteln versucht, alles Geld, das sich noch in seiner Urlaubskasse befindet, an die Hotelanlage zu binden. Nur wenn man erreicht, das auch dieses Geld in die Hotelkasse kommt, kann man AI bieten. Das dies unheimlich nicht nur der Bevölkerung, sondern der gesamten Volkswirtschaft in der 3. Welt schadet, braucht den Touristen ja wirklich nicht zu interessieren. Jedoch die hohen Preise für Leihwagen, Ausflüge, Souvenirs, einfach Allem was extra bezahlt werden muß, haben nichts mehr mit den regulären Preisen im Land zu tun, ganz abgesehen von der Qualität.
Es gibt noch sehr viele solcher Beispiele und wer nicht gerade Alkoholiker ist, spart auch niemals soviel, wie erhofft. Aber von der Atmosphäre dieser exotischen Welt, bekommt er so gut wie gar nichts mit und das ist dann teuerer als es in Zahlen auszudrücken währe. Nur für gutes Wetter, braucht man nicht so weit reisen...........
Wer aber echt etwas von der Exotik erleben oder gar mit nach Hause nehmen möchte, ohne seine Urlaubskasse zu überfordern, der sollte sich in einer schönen Urlaubsanlage ein Apartment, mieten. Dort findet man immer das nötige Geschirr in der Küche, kann also auch mal aus dem einheimischen Lädchen was zum zubereiten, kaufen. Findet aber außer den tollen Restaurants auch an jeder Ecke kleine Imbisse, bei denen einem schon die Exotik in die Nase steigt.
Ist es nicht schön wenn man dann zu Hause berichten kann, das man Land + Leute kennen gelernt hat und dazu noch feststellen mußte, das Getränke, mit und ohne Alkohol so billig sind, wie man es sich nie hätte träumen lassen. Denn Rum +Bier gehören wie Reis + Huhn, für den Dominikaner zu den Grundnahrungsmittel. Also, schöne Ferien............
Autor: Charly H.-G.Wardelmann
„Farbige“ Frauenwelt der DomRep
Ein kleiner Raum, kaum 6 qm, in der Mitte ein kräftiger Schreibtisch, dicht davor 3 abgesessene Stühle, die aber auch schon an der Wand stehen. Die gegenüberliegende Wand ist belegt durch zwei Aktenschränke getrennt durch eine Ablage, auf der Fax, Kopierer und eine Schreibmaschine steht, die wohl nicht mehr auf den Schreibtisch paßt. Natürlich liegen überall Akten und Papiere herum, denn auf dem Schreibtisch befinden sich 2 Telefone, eine Rechenmaschine auf der linken Seite. Rechts steht ein Bildschirm und das Keyboard, - wo ist denn der Drucker, schießt mir durch den Kopf,- aber schnell konzentriert sich mein Blick auf die zierliche Person die zwischen so viel Arbeit hinter ihrem Schreibtisch, recht unauffällig auf den ersten Blick, wirkt.
Denn hat man sich erst einmal zwischen den Schreibtisch auf einen der Stühle gezwängt, auf den ich mit einem kurzen Lächeln verwiesen wurde, erkennt man schnell, das nicht dies Büro, diese kleine Frau dominiert, sonder sie hier der Boß ist, zumindest was diese, in unseren Augen so bescheidene Arbeitsstätte, betrifft.
Während sie telefoniert, betätigt sie mit der rechten Hand die kleine Rechenmaschine aus der sich ein scheinbar endloses Papierband kringelt und der Zeigefinger der linken Hand wandert an den Zahlenkolonnen auf einem kleinen Stapel Rechnungen lang. Den Hörer des Telefons hat sie dabei zwischen Kinn und Schulter geklemmt, was ihr sehr gut gelingt, ohne ein Hilfsmittel, von denen wir ja viele kennen.
Ich werde warten, bis das Telefonat beendet ist, da ich es gewohnt bin, die volle Aufmerksamkeit meines Gegenübers zu bekommen und sehe mich noch etwas in dem Raum um. Währe die Wand links von mir, in der sich die Tür befindet nicht eine riesige Glasscheibe, würde dieser Raum eher einer Abstellkammer gleichen, als dem Verwaltungsbüro einer großen karibischen Klinik. Die Frau tippt immer noch schnell und erbarmungslos auf der Rechentastatur herum und auch das Gespräch scheint sehr ernst und geschäftlich zu sein, wobei die linke Hand zu einem weiteren Stapel Rechnungen greift.
Da nun schon das zweite Fax reingetickert kommt, greift sie, mit der Linken kurz hinter sich und reist das Faxpapier ab, legt es nach einem kurzen Blick darauf in eine geöffnete Schublade, tippt und redet dabei fleißig weiter. Das gibt mir nun doch die Zeit, diese Frau etwas genauer zu betrachten, was ich zuvor nicht für notwendig gehalten hatte, denn ich wollte eigentlich nur meine Klinikrechnung und einige Papiere abholen. Es währe mir egal, wer dies macht und dauern tut in diesem Land eh' alles ein "wenig" länger, aber diese Art von Arbeit war doch etwas ungewohnt, besonders in solcher Umgebung.
Trotzdem sich in meinem Kopf diese Frau schon zu einer Dame entwickelt hatte, blieb sie immer noch "gut gebräunt", was man in diesen Ländern als Mulattin bezeichnet. Egal wie schnell, konzentriert und aufmerksam sie arbeitete, sie wurde nicht weißer und bei dem anschließenden Gespräch bestätigte sie dann auch, das sie echte Dominikanerin und eben "nur" eine Buchhalterin sei. Wie ich schon sagte, war sie klein, fast zierlich, hatte glattes kurzes Haar wirkte ansonsten recht durchschnittlich und schien Ende 30 zu sein. Wobei man sagen muß, das entgegen allem was man uns in Europa so erzählt hat, die farbige Frau oder allgemein Afroamerikaner, meistens jünger wirken und von uns sehr schwer im Alter zu schätzen sind. Eine brasilianische Freundin sagte mal zu mir:" Wenn Farbige "Älter" wirken, dann sind sie richtig Alt, da kannst du sicher sein." , und dies kann ich nur durch meine Erfahrungen bestätigen. Das Ganze hat sich in Santiago/DR zugetragen, nicht in Washington Heights NY (der Stadtteil von New York in dem außerhalb der DR die meisten Domis leben). Auf Grund meiner über 30jährigen DomRep Erfahrung darf ich sagen, das dies kein Einzelfall ist sondern ein Beispiel für eine andere Art von "Farbe" der Dominikanerin. Das Bild, das durch den schnell ansteigenden Tourismus, in Europa, im Internet oder sogar bei vielen Residenten (Ausländer die in DR leben), über "DIE DOMINIKANERIN" verbreitet wird, ist falsch, ungerecht und wie alle Stereotype, dumm.
Oft kommt es mir vor wie früher in der Seefahrt, wo nach dem Besuch der Hafenkneipen, von einigen Kollegen die gesamte "Damenwelt" des Landes in einen Topf geschmissen wurde. Nicht unbedingt negativ, das will ich nicht damit sagen, so dumm sind noch nicht einmal Seeleute, aber eben alle gleich: "So sind die Frauen/Weiber in.........., da hab ich Erfahrung", war dann später der Kernsatz.
Bei der finanziellen Beurteilung, der DomRep geht es da viel sachlicher zu, denn die meisten glauben sehr schnell zu erkennen, das es sehr Reich und sehr Arm gibt und auch etwas dazwischen. Das aber die Abstände gewaltig sind, und auch das man mit ganz Reich kaum in Kontakt kommt –will man ja auch gar nicht- und das ganz Arm nicht gleichbedeutend mit ganz Dumm, aber wohl mit etwas faul, zu tun hat.
Selbst wenn dies so richtig währe, was es natürlich nicht ist, wird hier jedoch noch differenziert im Gegensatz zur Meinung über die Frauen. Woran mag das liegen, sind die wirklich so schwarz - weiß? Oder kommt dies aus der Summe der Enttäuschungen, von Männern die in die 3.Welt zogen mit riesigen Mengen an unrealistischen Erwartungen? Darauf darf sich jeder selber eine Anwort geben, denn hier soll es nun endlich um die Frauen gehen und nicht mehr um das dümmliche Bild das von Männern über sie gemalt wird.
Die Dominikanerin gibt es nicht, oder anders herum gesagt, sie ist genau so "farbig" in ihrer Vielfalt, wie es ihre vielen verschiedenen "Farben" eigentlich schon zeigen. Die Unterschiede sind wesentlich Größer als wir dies aus Europa kennen, lange nicht so homogen und dies wird sich hoffentlich auch nicht so schnell ändern. Denn schließlich ist dies eines der wenigen Beispiele die es noch gibt, für die Zusammenführung verschiedener Kulturen, aber ganz besonders, verschiedener Lebensstile, Erziehung und Umgangsformen innerhalb einer Glaubensrichtung.
Auch wenn sich die DomRep mehr als alle anderen Latin-Länder, nordamerikanisch ausrichtet (ähnlich Kuba, bevor Fidel kam) hat sie doch noch viel vom spanischen ex Mutterland. Natürlich gibt es die wohlerzogenen Töchter, die vor der Ehe nicht allein mit einem Mann in der Öffentlichkeit und schon gar nicht in geschlossenen Räumen, auftreten dürfen. Natürlich gibt es das Selbstbewußtsein afrikanischer Frauen, die nicht ihrem Partner untertan sind, sondern sich gleichberechtigt fühlen. Geht es um die Kinder, oder "funktioniert" der Mann nicht richtig, wird er zum Teufel geschickt, unabhängig von den Folgen, über die man eben erst später nachdenkt. Schließlich ist da ja noch die Familie.
Selbstverständlich gibt es die gut ausgebildete Selbständige Dominikanerin, die ihren Mann - siehe oben- im Berufsleben steht, sich zu kleiden und zu bewegen weiß. Und alle haben sie zwei Dinge gemeinsam, erstens leben sie noch eine sehr natürliche Sexualität und zweitens, kommen sie privat, so gut wie nie mit Touristen zusammen. Ihr oberstes Lebensziel ist ja auch nicht, wie in den ganz armen Bereichen, das Land zu verlassen.
Sie wollen erobert werden, wie alle Frauen auf der Welt und können sich dies Verhalten durch geringere Abhängigkeiten und gute Ausbildung, eben leisten. Es soll aber nun in keinem Fall der weibliche Teil der Dominikanerinen abqualifiziert werden auf die der Tourist, Resident, oder Seemann z.B. trifft. Damit meine ich nicht die professionelle Prostituierte, die es leider nach dem Ein/Überfall europäischer Touristen seit kurzem auch gibt, sondern Frauen und Mädchen aus den einfachen Bevölkerungsschichten.
Dort wo Alter noch etwas mit Weisheit, aber auch mit sozialer Sicherheit zu tun hat, wo man zeitig lernt das jedes der zwei Beine die man besitzt in verschiedenen Kulturen zu Hause sein kann, und das der Liebe Gott einem nicht ganz selbstverständlich zu einem zufriedenen Leben verhilft.
Wer will hier behaupten, das diese häufig sehr attraktiven und fast immer lebenslustigen Frauen, weniger korrekt oder wertvoll sind? Nur weil sie versuchen mit ihren Mitteln, das für sie vermeintlich Beste aus ihrer Situation zu machen? Nur weil sie sich nicht die Art von Hilfe angedeihen lassen, wie ein überschlauer Europäer sie aus seinem Standpunkt heraus für richtig und gut hält? Sind wir uns da so sicher das wir, aus der "ersten Welt" das Rezept haben, wenn es uns mit 38 Stundenwoche, selbst im Urlaub nur selten gelingt zu lachen, was Domis nach 60 Arbeitsstunden/W. immer noch können.?
Da kommt es dann schon mal vor, das die "Überlegenen" durch die dumme einfache Frau in der 3. Welt zu Unterlegenen im wahrsten Sinne des Wortes gemacht werden und nicht verstehen wann sie verloren haben. Verloren nicht nur finanziell, sonder so wie man ein Spiel verliert, denn so etwas in der Art ist es für Domis. Fast alle Ausländer stellen fest, das Domis oft wie Kinder sind, vergessen aber dabei das Kind sein, nichts mit der Menge an Intelligenz zu tun hat, sonder nur mit der Form wie man sie anwendet. Auch Kinder sind intelligent, da dies ja etwas angeborenes ist und nicht erst in den Schulen der westlichen Welt, gelöffelt wird. Das austesten von Grenzen wird hier zum Gesellschaftsspiel und da der "Kulturmensch" aus der anderen Welt, die Spielregeln weder kennt, noch erkennt, hat er selten Gelegenheit dies Spiel zu gewinnen. Selbst bei dem ständigen Versuch die Regeln zu ändern, ist er meistens erfolglos, versteht die Welt nicht mehr und hat sehr schnell Schuldzuweisungen zur Hand. Wie konnte ihm das nur passieren, wo er doch den "Papst in der Tasche" hat sich im Bett so toll mit Ihr versteht?
Ich habe viel Respekt vor diesen Menschen, ganz besonders vor diesen tollen, selbstbewußten Frauen die es immer wieder verstehen uns zu verzaubern und in ihren Bann ziehen. Mir ist kein anderes Land bekannt, wo es auf so engem Raum so bunt, farbenfroh, vielfältig, lebenslustig, abenteuerlich, aufregend weiblich, zugeht. So wie fast jede einzelne Dominikanerin über eine große Palette von äußerer Verwandlungsfähigkeit verfügt, ist sie innerlich sehr stark in ihre feste Struktur eingebunden, was ihr auch diese besondere Art des Selbstbewußtsein gibt mit dem sie die Spielregeln bestimmt. Deshalb kann man sie nur so genießen wie sie ist und sollte nie versuchen, sie zu erziehen, denn dann ist das Spiel verloren.
PS. Zwei Tips: 1.) Wie bei allen Glücksspielen, nicht versuchen, die Regeln zu ändern, sondern mit ihnen Arbeiten indem man sie anerkennt und durchschaut. 2.)Da fast 40% der Bevölkerung sich auf die beiden großen Städte St. Domingo + Santiago konzentrieren, sollte man auch nur dort versuchen, die "Farbige Vielfalt" der Dominikanerin zu erforschen, ist einfacher und schützt vor Fehlurteilen.
Autor: Charly H.-G.Wardelmann Wo fange ich am Besten an? Das erste Mal war ich 1989 (? eins rauf oder runter) in der D.R. in Puerto Plata, dem Silber Hafen. In Deutschland war gerade Karneval und ich hatte mich entschlossen, in diesem Jahr zu fliehen. Eine Woche vor Rosenmontag sah ich eine Anzeige Dominikanische Republik, drei Sterne, alles inklusive 1300 Mark für zwei Wochen. Ich war noch nie dort in der Gegend und hatte noch nie all inclusive gemacht und wollte einfach nur raus - also schnell gebucht und weg. Puerto Plata - noch nie gehört - Shit, Impfung soll man auch machen lassen. Malaria - Prophylaxe auch! Hatte mir im Reisebüro alles keiner gesagt! Naja, da musste ich dann durch. Irgendwann ging es in Köln los (bei minus 5 Grad), Zwischenlandung in Neufundland (minus 35 Grad) und dann landeten wir so gegen 20 Uhr in POP (25 Grad und drückend). Zum Glück hatte ich mein Drei-Wetter-Taft dabei. Es war dunkel, vor dem Flughafen standen einige Busse, die schon bessere Zeiten gesehen hatten und irgendein Reiseleiter karrte uns mit einem dieser Busse nach Puerto Plata. Vorbei ging es an Hütten ohne Licht, an Läden, vor denen irgendwelche Einheimischen bei einem schummrigen Licht Domino spielten, zum Hotel. Das Hotel hiess "Montemar" und war in diesem Jahr eigentlich noch ganz okay. Es lag direkt am Malecon von POP, d.h. natürlich kein Strand. Nach der Zimmerverteilung fiel ich dann in einen tiefen Schlaf, der jedoch gegen 5 Uhr 30 endete. Nach einer kurzen Nacht war ich topfit. Die Klimaanlage hatte mich gut frisch gehalten und ich fror trotz 20 Grad draussen. Die Sonne ging langsam auf und ich machte meine ersten Schritte vor die Türe des Hotels. Es war jetzt so gegen 6 Uhr 30 Uhr und Pop erwachte langsam zum Leben. Hotel verlassen und ich stand am Malecon - natürlich wusste ich damals noch nicht, das die so hiess, die Uferpromenade. Naja, rechts runter ging es nicht viel weiter und die Strasse machte einen Knick weg vom Strand.. Also zurück, wieder am Hotel vorbei und dann ging es den Malecon Richtung POP wie ich feststellen durfte. Ich kannte mich kein bisschen aus und war eigentlich nur überrascht, dass alle Leute, die mir um die Uhrzeit begegneten mich mit einem „hola“ freundlich grüssten. Einige sagten noch ein paar Worte , aber ich verstand nix. Schnell hatte ich erkannt, dass „hola“ wohl soviel wie „Hallo“ heissen müsste und ich grüsste freundlich wie ich bin zurück. Es war jetzt so 7 Uhr 30 und ich kam an einem rot/weissem (heute ist es wie man sieht weiss/gelb) Gebäude vorbei, was sich bei späterem Hinsehen als die Feuerwehr herausstellte. Innen standen einige Fahrzeuge und einige Männer hockten im Eingang. Drinnen sah es aus wie in einer schlecht ausgestatteten Werkstatt und ich hatte den Eindruck (der sicher nicht trog) dass man versuchte aus drei Fahrzeugen ein funktionierendes Feuerwehrfahrzeug herzustellen. (Als ich nach 14 Tagen wieder abreiste, war dies noch nicht gelungen – na ja, wahrscheinlich wurden sie irgendwann -manana- fertig).
Die Dominikaner waren sehr freundliche Menschen – nur ich verstand nix! „hola, Amigo, Motoconcho“ riefen mir einige freundliche junge Männer von ihren Motorrädern zu und ich winkte freundlich zurück. Manche drehten dann wieder und kamen zu mir. Ich verstand nur Bahnhof und langsam begriff ich, dass „Hola“, Hallo heisst, Amigo kannte man, und Motoconcho sich irgendwie auf das Motorrad bezog. Nach dem dritten Mal und einigen Motoconchos, die mit zwei oder drei Personen an mir vorbeifuhren, begriff ich. Es war eine Dienstleistung, die man mir anbot. Aber ich hatte und habe die Angewohnheit, mir jeden neuen Ort erst einmal zu erlaufen. Weltmännisch sagte ich beim nächsten Mal“ No grazie, Amigo“ worauf direkt eine Frage kam „Italiano?“ „nein, kein italiano, deutsch“ „ah, Aleman, alles paletti“ schallte es mir freundlich entgegen. Nach einigen weiteren Worten verstand er wohl, dass ich kein Motoconcho wollte und er fuhr weiter. Diese Szene wiederholte sich nun so oder ähnlich alle 500 Meter und es war ein kurzweiliges, wenn auch nicht sehr aufregendes Abenteuer. Weitere fünfhundert Meter weiter war ich fast am Hafen und ich beschloss, mich langsam auf den Rückweg zu machen. Denn ich hatte ja noch nicht gefrühstückt und langsam meldete sich mein Magen. Wieder ging es per pedes zurück und wieder wurde ich mehrmals zum Motoconcho fahren eingeladen. 500 Meter vor dem Hotel sass im Schatten der Bäume nun ein junger Mann, ca. 25 Jahre und man hatte ihm wohl schon von dem jecken Touristen erzählt, der hier rum lief und jedes Motoconcho ablehnte – oder war das vielleicht typisch deutsch? Er grüsste mich auf jeden Fall direkt mit „Hola Aleman, como estas, alles paletti?“ „alles Paletti“, gab ich zur Antwort und schon hatten wir die schönste Konversation. „Amigo, habe Freundin in Amburgo, von wo kommen“ „Köln- Colonia“ worauf er mit der Zunge schnalzte und sinngemäss irgendwas wie „geile Weiber“ oder so von sich gab. Natürlich hatte er auch eine nette Freundin in Colonia – apropos Freundin, er hätte da etwas ganz exclusives für mich und wollte mir wohl seine Schwester, Ehefrau oder Geschäftspartnerin schmackhaft machen. „ficki-ficki?“ Morgens um halb neun? Mein „nix ficki-ficki“ enttäuschte ihn doch sehr.. Natürlich lief diese Konversation wesentlich mühevoller wie jetzt hier geschildert. Es war ein Kauderwelsch aus Deutsch, Spanisch, Englisch und „alles Paletti“. Inzwischen waren wir am Hotel angekommen und er musste mich dann verlassen, da der Wachmann ihn nicht ins Hotel gelassen hätte. Zum Abschied meinte er dann noch „5 Dollar“ und er war etwas beleidigt, dass ich diesem Ansinnen nicht nachkommen wollte. Aber er hatte ja noch zwei Wochen Zeit, wie er unserem Gespräch entnommen hatte. Ich habe ihn noch mehrmals in den nächsten zwei Wochen wiedergesehen und wir haben auch irgendwann ein oder zwei Bier zusammen getrunken. Er war übrigens der festen Überzeugung, dass ich für seine Gesellschaft eigentlich zu zahlen hätte und er war mir wohl etwas böse, dass ich dies nicht genau so sah. Allerdings hat er uns bei unserer Tour nach „Santiago de los Caballeros“ dann begleitet und das Taxi hat uns mit seiner Hilfe dann nur 400 Peso (damals ca. 50 Mark) mehr gekostet wie wir es am Hotel direkt bekommen hätten. Aber er war schon ein guter Führer.
Als ich nach dieser morgendlichen Tour dann gegen 9 Uhr 30 geduscht zum Frühstück ging, sassen meine Reisegefährten schon beim Begrüssungscocktail der Reiseleitung und erhielten dramatische Vorträge gehalten, dass man das Hotel auf keinen Fall alleine verlassen sollte und auf jeden Fall nur an organisierten Touren durchs Land teilnehmen dürfte – denn das wäre sehr gefährlich hier. Auf meinen zarten Einwand, dass ich gerade 3 Stunden vollkommen alleine unterwegs gewesen sei und eigentlich nur freundliche Menschen gesehen hätte, reagierte die Reiseleiterin doch etwas schnippisch. Naja, sie wollte ja ihre Touren verkaufen. Und so tat ich ihr den Gefallen und buchte einmal „Santo Domingo“ mit dem Flugzeug und wir waren wieder gut Freund.
Anschliessend nach dem Frühstück sammelte ich „meine“ Leute, die ich im Flugzeug kennengelernt hatte und wir machten uns auf, das Hotel zu verlassen. Zumindest die mutigeren gingen mit und wir erkundeten die nähere Umgebung. Aber irgendwie hatten die Worte der Reiseleiterin gerade bei den weiblichen Teilnehmerinnen unseres Spaziergangs doch eine Wirkung hinterlassen. Und so kamen wir nicht aus dem fünf-Minuten-Umkreis des Hotels heraus als sie wieder zur Rückkehr drängten.
Ich war in den nächsten Tagen noch oft zu Fuss unterwegs und bin auch zur Seilbahn rauf gelaufen. Nach einigen Tagen kannte man mich wohl schon unter den Motoconchos als den verrückten Marschierer.
Ja, das waren noch Zeiten damals. Presidente pequeña kostete irgendwas zwischen 15 und 20 Peso in der Cerveceria und im Colmado ab 9 Peso. Wie geschrieben wohnte ich damals im Montemar, einem Hotel in der Nähe des Malecons, das heute schon seit Jahren geschlossen ist und mehr und mehr verfällt (oder ist es vielleicht mal wieder geöffnet?). 3 Minuten entfernt vom Hotel waren einige Cassettas, kleine Buden mit Bier, die zum Teil durch Deutsche, Österreicher und andere Europäer „bewirtet“ wurden. Es waren alles mehr oder weniger gescheiterte Existenzen, die sich das aber nicht zugeben wollten. Sie hatten alle eine oder mehrere Chicas beschäftigt, denen sie auch mit mehr oder weniger Intensität an die Wäsche gingen. Sie waren die Chefs und man sah ihnen oft an, dass sie die Arbeit nicht erfunden hatten. Dafür wurden sie dann auch von den Chicas nach Strich und Faden ausgenommen. Zwei Bier wurde in die Kasse kassiert und drei in die Tasche der Chica. Eine Chica, ein bildhübsches Mädchen, arbeitete in einer der Cassettas am Malecon. Sie war ca. 17 oder 18 Jahre alt. Jeden Abend wurde sie von ihrem Vater oder ihrem Bruder nach der Arbeit abgeholt und so hatte der deutsche „Chef“ wenig Chance bei ihr zu landen. Er bedauerte diesen Umstand sehr, wie er glaubhaft versicherte. Sie arbeitete allerdings auch nicht lange dort – sie war wahrscheinlich nicht „zugänglich“ genug. Eines Nachmittags – der Himmel war ein wenig bewölkt – nix lag an, im Hotel nix los, ging ich dann an den Malecon und orderte bei jener schokoladigen Traumfrau ein Presidente. Wir waren alleine in der „Bar“. Vom Meer blies ein leichter Wind und die Temperatur dürfte bei ca. 20 Grad gelegen haben. Plötzlich sagte sie zu mir: „tengo frio“ – nachdem ich anhand meines treuen Freundes „Langenscheidt“ herausgefunden hatte, was „frio“ bedeutet, sah ich wirklich, wie sie unter jedem leichten Windstoss zitterte und eine Gänsehaut hatte. Sie war die Erste, die ich sah, die bei 20 Grad fror. Ich schwitzte in meinem T-Shirt. Leider hatte ich keinen Mantel dabei und so konnte ich auch nicht den Kavalier spielen. Scheiss Pech aber auch.
Alle paar Monate fand in diesen Cassettas ein Wechsel statt und neue „Investoren“ hatten die Cassetta zu einem „günstigen“ Horrorpreis übernommen. Und so wurden diese Geschäfte oft mehrmals pro Jahr „verkauft“ und jedes Mal hatte wieder jemand seinen karibischen Traum ausgeträumt. Rückflugtickets gab es dann schon mal von der deutschen Botschaft.
Dies wusste ich damals natürlich noch nicht, sondern dies habe ich alles erst im Laufe der Jahre erfahren und „gelernt“. Wenn der „Gastronom“ dann mal wieder die Miete nicht bezahlt hatte, dann konnte es ihm passieren, dass er morgens als stolzer Besitzer sein Büdchen eröffnen wollte und der richtige Eigentümer (siehe unten) hatte das ganze Geschäft mit einer Rolle Stacheldraht geschickt „umgarnt“ . Und so war die Hoffnung eines Europäers blitzschnell „cerrado – geschlossen“. Ich habe übrigens noch nie ein Land mit mehr Stacheldraht gesehen – na ja, von der ehemaligen Sowjetzone, der Ex-Tätärä mal abgesehen.
Apropos Stacheldraht. Fast jede Weide und fast jedes Grundstück ist durch diesen stacheligen Draht eingegrenzt. Das soll daher rühren, dass der alte Trujillo – dieser dominikanische Hitlerverschnitt – irgendwann einmal eine Firma für Stacheldraht „erworben“ hatte. Flugs wurde in echt dominikanischem Einfallsreichtum gepaart mit der dumpfbackigen Macht eines Diktators eine „Ley“, ein Gesetz erlassen, das verfügte, dass jedes Grundstück mit einem fünffachen Stacheldraht umzäunt sein muss. Die Firma muss über Nacht floriert haben....... Ob dies jedoch der Wahrheit entspricht oder eine Legende ist....ob dieses Gesetz heute noch gültig ist.... wer weiss? Mitten in diesem Barrio am Long Beach steht ein uraltes Hotel, ganz aus Holz. Es soll das älteste Hotel von POP sein. Es wurde (und ich glaube wird) hauptsächlich von armen und ärmsten DominikanerInnen bewohnt, von denen viele wieder dem horizontalen Gewerbe im Viertel nachgehen.
Neben diesem Hotel steht (stand) ein Schild mit dem üblichen „se vende“. Damals gehörte dieses Hotel mit dem ganzen Viertel, den Cassettas und vielen, vielen Cabanas und Habitaciones, welche auch stundenweise zu mieten waren (sind?) einem uralten Herren. Den Namen habe ich vergessen, ich weiss nur noch, dass er einige Worte deutsch sprach, weil er in den 30er Jahren auch einige Zeit in Deutschland gewesen war. Er hatte auf Kohlenfrachtern die Überfahrt abgearbeitet und hatte so viel von der Welt gesehen. Während meiner Zeit dort, hatte er Geburtstag (oder war es der Namenstag) und jede Menge Kinder, Enkel, Urenkel und Folgegenerationen marschierten auf und hofierten dem Alten, der ja auf einem recht ansehnlichen Vermögen sass. Und dem Alten machte es sichtlich Spass, seine Launen auszuleben und die ganze buckelige Verwandtschaft nach seiner Pfeife tanzen zu lassen. Falls er noch leben sollte, dürfte er inzwischen sicher die 100 Jahre erreicht oder überschritten haben.
Ich war ja wie anfangs beschrieben vor dem Karneval in Deutschland geflüchtet und bin dann im dominikanischen Karneval gelandet. An einem Sonntag fand der grosse Umzug auf dem Malecon statt und es herrschte eine Superstimmung. Nur mit meinem häufiger gerufenen „Dreimol Kölle Alaaf“ wussten die Dominikaner wenig anzufangen. Es war ein Umzug mit Musikkapellen und „Festwagen“, auf denen sich die Honoratioren der Stadt durch die Stadt fahren liessen. Trotz meinem Ruf nach „Kamelle“ und „Strüsjer“ wurde weder mit Bonbons noch mit Blumensträussen geworfen. Hatte ich meine Tüte, wie ich sie beim Kölner Zug sicher gebraucht hätte, wieder ganz umsonst eingepackt.
Ich hatte mich natürlich auch gut verkleidet. Schwarze Schuhe, weisse Kniestrümpfe, Shorts, Spruch-T-Shirt „Ich bin dick, Du bist hässlich – ich kann abnehmen“, Hosenträger und ein Käppi machten mein Kostüm „Deutscher Neckermann-Tourist“ perfekt. So getarnt mischte ich mich in das bunte Treiben.
Man kennt das ja, von den deutschen Karnevalsumzügen. Bevor der richtige Zug kommt, kommt zuerst mal die Reiterstaffel der Polizei und macht den Weg frei. Ähnlich war es hier – allerdings ohne Reiter und ohne Polizei – aber es war eine ganze Staffel von schwarzen Männern. Sie trugen alle nur eine Art Lendenschurz und waren ansonsten von oben bis unten mit einer schwarz-glänzenden öligen Farbe eingeschmiert. Ein paar Meter von mir weg, mitten im Zugweg stand eine ältere Amerikanerin, die wohl gerade mit einem Kreuzfahrschiff in POP gelandet war – oder besser das Klischee einer wohlhabenden, spleenigen Amerikanerin. Sie ganz in einem weissen Hosenanzug gekleidet, die grau-weissen Haare mit einem Touch von Pink passend zur pinkfarbigen Brille gab bereits ein herrliches Bild ab.
Überall im Zugweg spritzte die Menge auseinander, als die schwarze Staffel sich näherte. Wer nicht aufpasste und den Weg nicht freigab, wurde kurz in den Arm genommen und durch ein kräftiges Drücken hatte die schwarze Farbe auch jemand Anderen beglückt. Nun prallten zwei Welten aufeinander. Die schwarz bemalten Männer und die weisse Frau. Zwei oder drei dieser angemalten Wesen (weiss jemand, wie man sie nennt?) nahmen besagte Amerikanerin in den Arm, drückten sie heftigst an Ihre Körper und ..... Die einstmals weisse Dame sah nun von oben bis unten einem Köhler ähnlich. Die Stimmung in der Umgebung der Amerikanerin stieg schlagartig – wenn auch nicht bei jeder Beteiligten. Das Schönste oder was mir am meisten in Erinnerung geblieben ist, waren die verkleideten Kinder. Kleine Mädchen, herausgeputzt mit einem niedlichen Kleidchen sahen einfach süss aus und gingen an der Hand der stolzen Eltern am Malecon spazieren. Die Eltern teils ärmlich gekleidet und die jüngste Tochter herausgeputzt wie eine Prinzessin. Die Jungen waren ebenfalls teilweise verkleidet. Jedoch hatten viele vor allem eine aufgeblasene Schweineblase bei sich, mit denen sie auf die Passanten einschlugen. Auch die Touristen wurden nicht verschont. Auch mich, den deutschen Adonis (siehe Beschreibung oben) traf man hart und unvorbereitet. Und ich muss sagen, die Schweineblase stank. Naja, wie Säue halt so stinken. Da sind mir die „Kamelle“ und „Strüsjer“ wiederum lieber. Zum Kölner Karneval gehört „bütze“ (also der Kuss einfach dazu). Das gab es hier natürlich nicht. Auch wurde niemand die Krawatte abgeschnitten – ich glaube, es lag daran, dass keiner eine trug. Aber trotzdem herrschte eine Stimmung wie auf der Severinsstrasse kurz bevor der Prinz „kütt“.
Das ich in dieser Karnevalsnacht doch noch heftigst gebützt wurde, sei hier nur am Rande erwähnt und meine „Prinzessin Carnaval“ hatte es wirklich drauf mit dem bützen. Mehr wird nicht verraten und wir bleiben oberhalb der Gürtellinie in unserer Erzählung. Es war auf jeden Fall eine rauschende Ballnacht. Meine Prinzessin dieser Nacht habe ich übrigens nie mehr wiedergesehen. Leider.... wenn ich so nachdenke.... leider
Meine dominikanische Ehefrau ruft nach mir. Zum Glück kann sie nicht besonders gut Deutsch lesen - sonst hätte ich jetzt alleine wegen der Erinnerung an eine andere Frau schon wieder dicke Ohren.
Wir waren in diesem Urlaub einmal als All-Inclusive-Touristen zwei Wochen an der Playa Dorada.
Erlaubt mir ein paar Bemerkungen zu einigen der Mittouristen:
Viele von ihnen schienen grosse Fussball-Fans zu sein. Denn von Morgens bis in die Nacht liefen sie im Nationaltrikot (1) oder im Vereinstrikot ihres Lieblings-Fussball-Clubs (1) rum. Manche haben sogar ab und an das Shirt gewaschen. Andere leider nicht.....
Wieder Andere (2) hatten Shirts der Feuerwehr an und ich glaube, die gesamte Feuerwehr dieser Stadt war bei uns im Hotel. Hoffentlich hat es in der Zeit nicht gebrannt in dieser Stadt. Oft liefen Vater und Sohn im „Partner-Look“ des Fussball- oder Feuerwehrvereins herum.
Andere (3) schienen grosse Sorgen zu haben, dass das Frühstücks-, Mittags- oder Abendbuffet nicht ausreichend sein könnte und füllten sich die Teller als gäbe es danach niemals wieder etwas zu holen oder als hätten sie eine 12-Stunden-Schicht am Hochofen hinter sich.
Dann setzten Sie sich mit über den Teller gesenktem Kopf an den Tisch und schaufelten und schnauften ca. die Hälfte des Essens in sich hinein. Der Rest ging dann in den Abfall. Aber es wurde dann noch ein zweiter Teller ähnlich gefüllt mit weiteren Köstlichkeiten geschaufelt, bevor zum Abschluss noch mal 10 Kugeln Eis oder 8 Stücke Kuchen auf den Teller gepackt. Gegessen wurde immer ca. ein Drittel. Der Rest wurde unter Umgehung der Verdauung direkt dem Müll zugeführt. Dies geschah in einer bemerkenswerten Geschwindigkeit, die manchem Schwein ein neidisches Gefühl entlockt hätte. Das grosse Fressen war so jeden Tag....ekelerregend deutlich.
Einige weibliche Touristen trugen Shirts und Leggins (2 und 3), die ihnen das Aussehen prall gefüllter Leberwürste verliehen. Ein Exemplar (2) enthüllte ihren Astralkörper jeden Mittag am Pool bis auf einen Tanga, den Sie wahrscheinlich ihrer 10-jährigen Tochter geklaut hatte. Wie sie den 30 Kilo-Hintern hinein bekommen hatte, blieb mir immer ein Rätsel. Natürlich war sie eine strenge Verfechterin von Oben-Ohne. Lange Zeit rätselte ich, was die Tätowierung auf ihrer Brust darstellen sollte. Ich nehme an, dass sie sich 1980 ein Herz (Forever John) auf die Brust!! tätowieren liess. Infolge der Schwerkraft, natürlichen Alterungsprozessen und evtl. mehreren Schwangerschaften hatte sich das ursprüngliche Herz im Laufe der Jahre in das Abbild einer Säuferleber mit Zirrhose verwandelt. Oder sollte mit John etwa Johnny Walker gemeint gewesen sein und das Herz gar kein Herz, sondern tatsächlich immer eine Leber gewesen sein? Das würde das Verhalten dieser Dame an der Bar erklären.
Natürlich waren (1, 2 und 3) auch ab 7 Uhr (früher bin ich nie aufgestanden) mit Ihren Handtüchern auf den dadurch „reservierten“ Liegen vertreten.
Es war also alles wieder typisch „deutsch“ und ich schämte mich meiner Landsleute ....
Aber nein ......nein, Ehre wem Ehre gebührt, denn in der ersten Woche war ich der einzige Deutsche im 1000 Personen-Hotel. Die Engländer (1) mit ihrem England-Liverpool-hotspurs-Shirts und die Amis (2) mit ihren Shirts vom NYC Fire Department bestimmten das Bild. Die Shirts vom völkerrechtswidrigen Angriff auf den Irak waren wohl noch in der Wäsche. Und Gruppe 3 waren eine allerfeinste Gruppe von NY-Domi´s, die teilweise weder englisch noch spanisch in einer einigermassen verständlichen Form artikulieren konnten.
Das mein 4-jähriger von einer Bande dumpfer weisser Engländer-Kinder auch noch dumm-rassistisch angemacht wurde – geschenkt bei dem ganzen chauvinistischen Engländer-Gesocks, was in diesem Hotel versammelt war.
Mein Begriff „Los Monos de la Isla“ wurde auf jeden Fall von den dominikanischen Bedienungen ohne weitere Erklärung sofort verstanden.
In der zweiten Woche kamen dann einige Deutsche ins Hotel – insgesamt recht nette Leute, die ebenso entsetzt waren wie wir.
Ausserdem kam noch eine Gruppe von Holländern an, die wieder das Vorurteil vom holländischen Campingurlaub widerlegten. Allerdings passten Sie sich fast nahtlos in dieses nun englisch-amerikanisch-dominikanisch-holländische Flodder-Treffen ein.
Das diese Gruppe an den Wochenenden auch noch Verstärkung erhielt von den Flodders aus Santo Domingo, machte den Kohl dann auch nicht mehr fett.
Ich war noch nie am Ballermann – aber schlimmer wie im Gran Ventana in diesen beiden Wochen kann es auch nicht sein. Und sage mir keiner mehr etwas gegen deutsche Touristen. Der schlimmste Deutsch-Prol wurde von dieser Bande domestizierter Hausaffen sicher übertroffen.
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